Black Queen – Motorrad oder Harley Davidson?

By olivius | April, 21, 2016 | 0 comments
  Ja - die Honda CBF war gut. Sie war sogar fast perfekt. Das Problem an Perfektionismus ist allerdings ein gewisses Maß an Langweiligkeit. Morgens bin ich aufgestiegen und wenn ich nach langer Tour (und dem Rest der Gruppe schon im Mimimi Modus) irgendwo ankam, war eher die Frage, wo man noch hinfahren kann bevor ein "nagut, reicht für heute" kam. Aber der Kick kam nicht mehr. Und zu schnell war es dann eigentlich auch immer - perfekt. Booooriiinnnggg. Also warten, bis die Midlife Crisis einsetzt, dann darf Mann auch Chopper fahren. Darf man? Muß man? Mann könnte (Frau erfahrungsgemäß seltener). IMG_1514 Auch damals, als ich 2009 das erste Motorrad (Honda CBF 600) neu kaufte, wollte ich schon eine Harley haben. Preislich lagen die damals gar nicht soweit auseinander. Aber damals dachte ich, ohne ABS geht es nicht und irgendwie fur sich die Sporti auch scheiße. Ok - das mit dem ABS sehe ich immer noch so (noch nie gebraucht) - naja und irgendwie stimmt das mit dem Gefahre für die Sporti auch immer noch. 2011 kam dann die CBF 1000 F als logischer weiterer Schritt. So schön vernünftig (brech). Ich war noch nicht reif für die Harley. Seit drei Jahren schleiche ich nun mehr oder minder intensiv um die aktuellen Harleys rum und vor zwei Jahren entdeckte ich die FLD Switchback. Ein Dyna, Big Twin, ohne Ausgleichswelle aber mit Scheibe und mit Koffern. Irgendwo muss ja schliesslich der Kaffeebecher hin. Der Haken: Mit knapp 18.000 €  die teuerste Dyna und nicht weit von den Softtails weg. Und da das ganze auch erst mit einem schönen Auspuff richtig Spaß macht, summiert sich das schnell auf 20k. Kommt also nicht infrage -nagut. Also doch was älteres als Zweitmaschine (FXDX, Dyna, vernünftige Bremsanlage aber ohne ABS), vieleicht besser eine Japanerin (Yamaha Dragstar). Auf irgendeinem Clubtreffen im letzten Jahr hörte ich dann (mal wieder) eine HD im Standgas, frech vor sich hin rotzend, laut unrythmisch - original. Danach war mir klar: natürlich könnte ich 1000 andere Modelle nehmen, bestimmt sind einige billiger, einige besser, haben einen höheren Nutzwert (Nutzwert beim Motorrad ist heutzutage ein Widerspruch in sich) oder sonst irgendwas an sich, was sie besonders auszeichnet. Ich glaub trotzdem, ich hätte immer rübergeschielt zu den (absolut nicht perfekten) Harleys und mir insgeheim gewünscht, so ein Ding zwischen meinen Beinen rumrütteln zu haben. Also war klar -> nächsten Ziel: Harley Davidson. Glücklicherweise zählt die Switchback nicht zu den Erfolgsmodellen der Company. Somit sind die Gebrauchtpreise zwar immer noch hoch, aber im Verhältnis besser als der Geschwister. Die Krebserkankung eines Nachbarn gab dann letztendlich die Überzeugung, Träume tatsächlich umzusetzen - man weiß ja nie. Und nun steht sie da. Das erste Motorrad, das mein Herz und nicht mein Verstand gekauft hat. Interessanterweise widerspricht dieser aber auch nicht mehr und genießt jeden (hoch emotionalen, absolut unperfekten) Kilometer (Meile). Einen Namen hat sie auch schon: Gothic Queen (Ist ja die kleine Schwester der Road King, aber Road Queen gabs schon und als Mono Inc. Fan passt dann "Gothic Queen" besser). Nur der weiße Helm passt nicht mehr so richtig...